Übersicht

Wirtschaftsforum

Das Wirtschaftsforum ist ein regelmäßig stattfindender Dialog zwischen Vertretern der Wirtschaft und der Politik aus den Niederlanden und Deutschland. Es geht dabei um das Ausloten neuer Entwicklungsfelder der Zusammenarbeit zwischen den Niederlanden und Deutschland sowohl in der gewerblichen Wirtschaft als auch im Bereich der Dienstleistung. Ziel ist es, die Chancen und Herausforderungen einer noch intensiveren Zusammenarbeit der beiden Volkswirtschaften in Europa zu skizzieren. Weitere Informationen finden sich unten.

Rückblick 2015

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise sowie aktueller europäischer Fragen wie TTIP, Migration und Euro-Skepsis kamen am 24. Juni 2015 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aus Deutschland und den Niederlanden im Erbdrostenhof in Münster zusammen, um bilaterale Potentiale zunächst in einzelnen Impulsvorträgen auszuloten und Lösungsansätze für bestehende Herausforderungen in einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zu diskutieren. In dem anschließenden Netzwerktreffen bestand die Gelegenheit, einzelne Fragestellungen in persönlichen Gesprächen zu vertiefen. Hier gelangen Sie zum kompletten Text und zur Fotogalerie. Videos können Sie sich darüber hinaus auf unserem Youtube-Kanal anschauen.

Programm 2015

Das erste Deutsch-Niederländische Wirtschaftsforum am 24. Juni 2015 im Erbdrostenhof Münster bildete den Auftakt jährlich stattfindender bilateraler Dialoge zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Europa. Im Fokus dieser Auftaktveranstaltung standen Chancen und ungenutzte Potenziale, aber auch Risiken der bilateralen deutsch niederländischen Wirtschaftsbeziehungen. Das Format beinhaltete neben Impulsvorträgen der Referenten und einem Diskussionsforum auch Zeit für den fachlichen Austausch und persönliche Gespräche. Hier gelangen Sie zur Programmübersicht des 1. Wirtschaftsforums vom Juni 2015.

Referenten 2015

Beim ersten Deutsch-Niederländischen Wirtschaftsforum haben unter anderem der Vorsitzende der niederländischen Arbeitgeberorganisation VNO-NCW, Hans de Boer, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, sowie Aart Jan de Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung referiert und an einem Diskussionsforum teilgenommen. Erfahren Sie weiter unten mehr über die Referenten.

Wirtschaftliche Beziehungen D/NL

Für Deutschland waren die Niederlande 2014 der fünftwichtigste Handelspartner im Export und der wichtigste Handelspartner im Import. Für die Niederlande ist Deutschland sowohl im Import als auch im Export der wichtigste Handelspartner. Dennoch wird in Untersuchungen immer wieder festgestellt, dass das Potential an Im- und Export zwischen den beiden Nachbarländern bislang nicht in vollem Umfang genutzt wird. Erfahren Sie weiter unten mehr über die Gründe.

Stiftungsprofessur

Das Zentrum für Niederlande-Studien der WWU Münster bietet seit einigen Jahren mit großem Erfolg einen interdisziplinären Bachelor- und einen binationalen Masterstudiengang Niederlande-Deutschland-Studien an. In den Bereichen Geschichte, Politik, Kultur, Kommunikation, Wirtschaft und Recht lassen sich die Absolventen zu Experten für die Niederlande und Deutschland ausbilden. Die Planung zur Einrichtung einer Stiftungsprofessur zielt darauf ab, die Komponente Wirtschaft und Recht in den Lehrangeboten des Zentrums für Niederlande-Studien zu stärken. Näheres zur Stiftungsprofessur erfahren Sie hier.

Veranstalter und Partner

Wirtschaftsforum

Das Wirtschaftsforum ist ein regelmäßig stattfindender Dialog zwischen Vertretern der Wirtschaft und der Politik aus den Niederlanden und Deutschland. Es geht dabei um das Ausloten neuer Entwicklungsfelder der Zusammenarbeit zwischen den Niederlanden und Deutschland sowohl in der gewerblichen Wirtschaft als auch im Bereich der Dienstleistung. Ziel ist es, die Chancen und Herausforderungen einer noch intensiveren Zusammenarbeit der beiden Volkswirtschaften in Europa zu skizzieren und Lösungen im Bereich der bisherigen Hindernisse und Unwägbarkeiten der nationalen oder auch europäischen Gesetzgebung zu erarbeiten. Das erste Deutsch-Niederländische Wirtschaftsforum fand am 24. Juni 2015 im Erbdrostenhof Münster statt.

Eingeladen waren Experten aus der gewerblichen Wirtschaft, Verbandsvertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Repräsentanten des Staates und der Politik sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Länder. Die Ergebnisse der Vorträge und Forumsdiskussionen, die in der Reihe Niederlande-Studien des Zentrums für Niederlande-Studien der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster erscheinen werden, bilden die Empfehlungsgrundlage für die einzurichtende Stiftungsprofessur für Wirtschaft und Recht am Zentrum für Niederlande-Studien der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Rückblick 2015

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Fotos: Jürgen Peperhowe/Hermann Herden

Das Tandem Deutschland-Niederlande als Motor für Europa

Erstes Deutsch-Niederländisches Wirtschaftsforum diskutiert Chancen und Herausforderungen der bilateralen Beziehungen in Münster

„Deutschland und die Niederlande sind – weltweit gesehen – wirtschaftlich am intensivsten verflochten“, so Prof. Friso Wielenga, Direktor des Zentrums für Niederlande-Studien der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zum Auftakt des Deutsch-Niederländischen Wirtschaftsforums, einer gemeinsamen Initiative des Zentrums für Niederlande-Studien und der Deutsch-Niederländischen Handelskammer.

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise sowie aktueller europäischer Fragen wie TTIP, Migration und Euro-Skepsis kamen am 24. Juni 2015 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aus Deutschland und den Niederlanden im Erbdrostenhof in Münster zusammen, um bilaterale Potentiale zunächst in einzelnen Impulsvorträgen auszuloten und Lösungsansätze für bestehende Herausforderungen in einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zu diskutieren. In dem anschließenden Netzwerktreffen bestand die Gelegenheit, einzelne Fragestellungen in persönlichen Gesprächen zu vertiefen.

Im Zentrum des Nachmittags stand vor allem die Erörterung der aktuellen Chancen und Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven: „Das stets wachsende Handelsvolumen beider Länder spricht eine klare Sprache“, hob der niederländische Generalkonsul Ton Lansink in seinem Grußwort hervor und ergänzte gleichzeitig, die deutsch-niederländischen Beziehungen zeichneten sich vor allem dadurch aus, dass sie auch in Krisenzeiten stabil seien. Dies habe auch historische, sprachliche und kulturelle Gründe. Dennoch werde die „Achse Deutschland-Niederlande“ noch häufig unterschätzt, so Aart Jan de Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung in seinem Statement: Sie sei mit Blick auf die schiere Größe beider Länder natürlich zunächst asymmetrisch, allerdings insbesondere bezogen auf die europäische Zukunft als „fundamental“ und „Motor in Europa“ einzuschätzen.

Die Niederlande als Partnerland auf der Hannover Messe 2014 sowie die Regierungskonsultationen zwischen beiden Nachbarländern in Kleve 2013 unterstreichen einmal mehr die Bedeutung der Zusammenarbeit. Gründe dafür sahen die Experten vor allem in den Übereinstimmungen zwischen Deutschland und den Niederlanden hinsichtlich der Sozialen Marktwirtschaft sowie vergleichbaren Strukturbedingungen: „Beide Länder haben eher geringe Investitionen in Bildung und Forschung, hohe Produktionskosten und stehen vor ähnlichen Fragen im Hinblick auf Migration und Integration“, erklärte BDI-Präsident Ulrich Grillo. Bezüglich der Zusammenarbeit beider Länder bräuchte es allerdings konkrete Projekte, um auf weiteren Feldern bilaterale Kooperationen zu befördern, hob sein niederländischer Kollege, Hans de Boer, Vorsitzender des niederländischen Arbeitgeberverbandes VNO-NCW, hervor. Es bestünden weiterhin „Korridore, die man ausbauen sollte“, vor allem bezüglich der Investitionen in Infrastruktur und transeuropäische Netze. Zugleich bot de Boer an, die innovativen Ideen der Niederländer zu nutzen und sein Land „als Versuchslabor“ zu betrachten. Diese Anregung nahm die Moderatorin der anschließenden Podiumsdiskussion, Anna Planken (WDR) auf, um den geschäftsführenden Gesellschafter der Miele & Cie. KG, Dr. Reinhard Zinkann, zu fragen, ob man als Unternehmen von diesem Angebot nicht Gebrauch machen solle. Zinkann bestätigte daraufhin, dass die Niederlande nicht nur der älteste Auslandsmarkt von Miele seien, sondern in der Tat auch häufig als Testland für neue Produkte gelten, nicht zuletzt wegen der Größe des Landes.

Den Effekt „gemeinsam sind wir stärker“, den Prof. Kees van Paridon, Wirtschaftshistoriker der Erasmus-Universität Rotterdam, in der Diskussion in diesem Zusammenhang betonte, bestätigte Aart Jan de Geus vor dem Hintergrund einiger kultureller Unterschiede: So seien die Niederländer eher „pragmatisch, geschäftstüchtig, aufgeschlossen und innovativ, die Deutschen dagegen gründlich, solide, verlässlich, aber auch weniger experimentierfreudig.“ Dies griff auch Grillo auf: Beide Länder könnten voneinander lernen. So trügen etwa die „anpassungsfähigen Strukturen in den Niederlanden zum Erfolg deutscher Unternehmen bei.“ Der deutsche BDI-Präsident ergänzte: „Gute Beziehungen sind kein Selbstläufer, man muss sie pflegen und ausbauen.“ Hier nannte er aus seiner Sicht vor allem drei Herausforderungen, die sich nur europäisch lösen ließen: Energie, Industrie 4.0 sowie TTIP.

Insbesondere bei diesen komplexen Themen sei es wichtig, in beiden Ländern und in Europa insgesamt mögliche Ängste der Bevölkerung vor Veränderungen ernst zu nehmen, wie Prof. Dr. Reinhard Klenke, Regierungspräsident in Münster, in seinem Schlusswort betonte. So könne es gelingen, dass sich die Vision von Aart Jan de Geus, „die Niederlande und Deutschland ziehen zum Wohle Europas an einem Strang“, erfüllen könne. Alle Referenten ermunterten hier vor allem auch die anwesenden Studierenden, sich bei den aktuellen binationalen wie europäischen Fragen zu beteiligen und die gemeinsame Zukunft aktiv mitzugestalten. Klenke forderte abschließend alle Anwesenden auf, in diesem Zusammenhang die Einrichtung einer für beide Länder bedeutsamen Stiftungsprofessur Wirtschaft und Recht zu den deutsch-niederländischen Beziehungen, eine Initiative des Zentrums für Niederlande-Studien, zu unterstützen.

Programm des Forums

14.00 Uhr Begrüßung
Prof. Dr. Friso Wielenga
Direktor des Zentrums für Niederlande-Studien der WWU Münster

14.05 Uhr Grußwort
Ton Lansink
Generalkonsul des Königreichs der Niederlande, Düsseldorf

Impulsvorträge
14.10 Uhr
Hans de Boer
Vorsitzender des niederländischen Arbeitgeberverbandes VNO-NCW
Chancen und Potentiale: Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen aus niederländischer Sicht

14.25 Uhr
Ulrich Grillo
Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie BDI
Chancen und Potentiale: Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen aus deutscher Sicht

14.40 Uhr
Aart Jan de Geus
Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung
Deutschland und die Niederlande: Wirtschaftspartner in Europa

15.00 Uhr
Pause

15.20 Uhr
Diskussionsrunde
„Chancen und Risiken für die bilaterale Wirtschaft“
Hans de Boer, VNO-NCW
Ulrich Grillo, BDI
Aart Jan de Geus, Bertelsmann Stiftung
Prof. Dr. Kees van Paridon, Erasmus-Universität Rotterdam
Dr. Reinhard Zinkann, Miele & Cie. KG

16.10 Uhr Schlusswort
Prof. Dr. Reinhard Klenke
Regierungspräsident des Regierungsbezirks Münster

16.20 Uhr Netzwerkumtrunk

17.30 Uhr Ende der Veranstaltung

Referenten und Moderatorin

Hans de Boer

Hans de Boer

VNO-NCW

Hans de Boer ist seit Juli 2014 Vorsitzender der größten niederlndischen Arbeitgeberorganisation VNO-NCW. De Boer studierte Ökonometrie und öffentliche Finanzen an der Freien Universität Amsterdam. Er war als Politikberater für die Regierung der Niederländischen Antillen tätig, Vorsitzender der Arbeitgeberorganisation MKB-Nederland und fünf Jahre lang Vorstandsmitglied des Sozialwirtschaftlichen Rats der Niederlande (SER).

Ulrich Grillo

Ulrich Grillo

BDI

Ulrich Grillo ist seit 2013 Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) in Berlin. Grillo ist Miteigentümer der Grillo-Werke in Duisburg, die er seit 2004 führt. Ab 2003 war Grillo im Präsidium der Wirtschaftsvereinigung Metalle, ab 2006 leitete er den Ausschuss für Rohstoffpolitik beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). 2011 rückte er zum Vizepräsidenten des BDI auf, deren Präsident er seit 2013 ist.

Aart Jan de Geus

Aart Jan de Geus

Bertelsmann Stiftung

Aart de Geus ist ein niederländischer Politiker (CDA) und derzeit Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung. Zuvor war er stellvertretender Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris. De Geus war in den Niederlanden von 2002 bis 2003 Minister für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport sowie von 2002 bis 2007 Minister für soziale Angelegenheiten und Beschäftigung.

Prof. Kees van Paridon

Prof. Kees van Paridon

Erasmus-Universität Rotterdam

Prof. Dr. Kees van Paridon arbeitete nach seiner Promotion 1987 zunächst für das niederländische Zentrale Planungsbüro (CPB) an wirtschaftlichen Prognosen. Von 1992 bis 2002 war er außerdem außerordentlicher Professor für Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und deutsch-niederländische Wirtschaftsbeziehungen an der Freien Universität Amsterdam. 1999 wurde er Professor für Wirtschaft an der Erasmus-Universität Rotterdam.

Dr. Reinhard Zinkann

Dr. Reinhard Zinkann

Miele/DNHK

Dr. Reinhard Zinkann ist der Urenkel des gleichnamigen Mitbegründers der deutschen Traditionsfirma Miele & Cie. KG. Nach seinem Ingenieurstudium zum Diplom-Kaufmann promovierte er 1988 an der TU Berlin. Seit 1999 ist er nicht nur geschäftsführender Gesellschafter, sondern auch Miteigentümer des Haushaltsgeräteherstellers mit Niederlassungen in 47 Ländern. Dr. Zinkann ist ferner Vorstandsmitglied der DNHK.

Anna Planken

Anna Planken

WDR

Anna Planken ist eine deutsche Fernsehmoderatorin. Sie übernimmt die Moderation des Wirtschaftsforums. Seit 2007 moderierte sie unter anderem im WDR Fernsehen die Lokalzeit aus Bonn und das Freizeitmagazin „Schön hier“, den „ARD-Ratgeber: Recht“, das „ARD-Morgenmagazin“ sowie die „Aktuelle Stunde“ im WDR Fernsehen. Im Juni 2012 übernahm sie die Hauptmoderation des Wirtschafts- und Verbrauchermagazins „Markt“.

Wirtschaftliche Beziehungen D/NL

Für Deutschland waren die Niederlande 2014 nach Frankreich, den USA, der UK und China der fünftwichtigste Handelspartner im Export und der wichtigste Handelspartner im Import. Für die Niederlande ist Deutschland sowohl im Import als auch im Export der wichtigste Handelspartner. „Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern lassen sich nur im Superlativ beschreiben“, erklärte Ministerpräsident Mark Rutte bei der Eröffnung der Hannover Messe 2014, bei der die Niederlande Partnerland waren.

Dennoch wird in Untersuchungen immer wieder festgestellt, dass das Potential an Im- und Export zwischen den beiden Nachbarländern bislang nicht in vollem Umfang genutzt wird. Die Gründe hierfür liegen unter anderem in der mangelnden Kenntnis des jeweils anderen Landes, in den unterschiedlichen wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Strukturen der Niederlande und Deutschlands, sowie in den unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen und Vorschriften. Auch die fehlenden Sprachkenntnisse des Niederländischen auf der deutschen und des Deutschen auf der niederländischen Seite spielen eine nicht unwesentliche Rolle.

Traditionell enge Beziehungen

Deutschland und die Niederlande pflegen traditionell politisch und kulturell eine enge Beziehung und sind insbesondere wirtschaftlich eng miteinander verflochten. „Auf niederländischer Seite bestehen rund 2.200 deutsche Niederlassungen und in Deutschland 1.600 Unternehmen mit einer niederländischen Mutter“, so die Deutsch-Niederländische Handelskammer (DNHK). Dass die Verbindung zwischen Deutschland und den Niederlanden zunehmend enger wird, zeigt auch die große Anzahl der 16.000 Grenzpendler, die in Deutschland leben, jedoch einen Arbeitsplatz in den Niederlanden haben. Zudem wohnen rund 70.000 deutsche Staatsangehörige in den Niederlanden, von denen 27.000 dort berufstätig sind.

Über Jahre erntete das niederländische Poldermodell in Deutschland große Bewunderung. Eine geringe Arbeitslosigkeit und ein starkes Wirtschaftswachstum waren besonders in den 1990er Jahren typische Charakteristika der niederländischen Wirtschaft. Mit Beginn der europäischen Finanzkrise gerieten die Niederlande in die Rezession und verfolgten einen strikten Sparkurs. Fast alle BIP-Komponenten befanden sich 2013 im Minus – nur die Exporte nicht. Hier betrug das Volumen des niederländischen Exports 430 Milliarden Euro: mehr als je zuvor. Die wichtigsten Abnehmer für niederländische Waren jenseits der Landesgrenze befinden sich seit Jahrzehnten im Nachbarland Deutschland. Im Jahr 2013 wurden Waren im Wert von 160 Milliarden Euro über die Grenze transportiert.

Ausbaufähiges Potential

Die niederländische Exportförderation FENEDEX berechnete 2011, dass die Niederlande Waren im Umfang von vielen Milliarden Euro mehr nach Deutschland exportieren könnten, wenn Kenntnisse über deutsche Umgangsformen, deutsche Gesetze sowie die deutsche Sprache vorhanden wären. Das Hauptproblem einer optimierten Exportentwicklung zwischen den beiden Ländern liege in den unterschiedlichen politischen, wirtschaftlichen und juristischen Strukturen. Dabei spielten die fehlenden Kenntnisse des jeweils anderen Landes eine entscheidende Rolle

Bernard Wientjes, Vorsitzender des niederländischen Unternehmerverbandes VNO-NCW, unterstrich in de Volkskrant im Januar 2011 die Bedeutung einer Ausweitung der Zusammenarbeit zwischen den Niederlanden und Deutschland. „Wir müssen unsere gute Nachbarschaft pflegen.“ Gegenüber der Deutsch-Niederländischen Handelskammer plädierte er nachdrücklich dafür, dass Unternehmer, Staat und Politik, aber eben auch Schulen und Universitäten in den Niederlanden dauerhaft an einer guten und ertragreichen Zusammenarbeit mit Deutschland arbeiten.

Export als Stütze

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Letztes Jahr gingen zwischen unseren Ländern Waren im Wert von insgesamt 160 Milliarden Euro über die Grenze – trotz Krise ein neuer Rekord. Auch die niederländischen Investitionen in Deutschland, zuletzt über 122 Milliarden Euro, steigen Jahr für Jahr weiter. Und kein anderes Land investiert auch nur annähernd so viel in Deutschland wie wir. Damit haben unsere beiden Länder, nach den Vereinigten Staaten und Kanada, die umfangreichsten bilateralen Wirtschaftsbeziehungen weltweit.

Mark Rutte, niederländischer Ministerpräsident bei den ersten deutsch-niederländischen Regierungskonsultationen 2013 in Kleve

Hauptabnehmerländer der Niederlande 2012
Hauptlieferländer der Niederlande 2012

Partnerschaft in Zahlen

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Prozent des niederländisches Exports ging 2013 nach Deutschland
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deutsche Unternehmensniederlassungen in den Niederlanden
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niederländische Unternehmensniederlassungen in Deutschland
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deutsche Grenzpendler in den Niederlanden

Die Stiftungsprofessur

Das Zentrum für Niederlande-Studien der WWU Münster bietet seit einigen Jahren mit großem Erfolg einen interdisziplinären Bachelor- und einen binationalen Masterstudiengang Niederlande-Deutschland-Studien an. In den Bereichen Geschichte, Politik, Kultur, Kommunikation, Wirtschaft und Recht lassen sich die Absolventen zu Experten für die Niederlande und Deutschland – zu Brückenbauern zwischen beiden Ländern – ausbilden. Die Planung zur Einrichtung einer Stiftungsprofessur zielt darauf ab, die Komponente Wirtschaft und Recht in den Lehrangeboten des Zentrums für Niederlande-Studien zu stärken. Im Rahmen der geplanten Forschungsaktivitäten sollen zudem themenspezifische Lösungsstrategien analysiert und praxisorientierte Konzepte entwickelt werden.

Der zu berufende Lehrstuhlinhaber hat im Bereich der Forschung die Aufgabe, die deutsch-niederländischen Wirtschaftsbeziehungen wissenschaftlich zu untersuchen, darüber hinaus Fragen zur Verbesserung der Exportbedingungen zwischen den beiden Ländern einer näheren Betrachtung zu unterziehen und im Verbund mit Kolleginnen und Kollegen anderer Universitäten und Forschungseinrichtungen – auch denen der gewerblichen Wirtschaft – weitere Forschungsfelder zu erschließen. So könnten nachbarschaftlich-regionale wirtschaftliche Beziehungen anderer Regionen in Europa im Vergleich Gegenstand von Forschungsverbünden oder gemeinsamen europa-orientierten Forschungsprojekten sein.

Darüber hinaus sollte der neue Lehrstuhlinhaber im Bereich der Lehre eine eigene, mit den Kolleginnen und Kollegen der Wirtschaftswissenschaftlichen und Juristischen Fakultäten der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster abgestimmte Schwerpunktvariante Wirtschaft und Recht für die Bachelor- und Masterstudiengänge Niederlande-Deutschland-Studien entwickeln; für den Master in enger Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen der Radboud Universiteit Nijmegen. Darüber hinaus können Minor-Angebote im Verbund mit anderen Fächern in Betracht gezogen werden. Im Bereich der postakademischen und beruflichen Weiterbildung sind ebenfalls Angebote zu entwickeln.

Weitere Informationen zur Stiftungsprofessur finden sich in einer speziellen Broschüre.

Wenn Sie die Stiftungsprofessur für Wirtschaft und Recht am Zentrum für Niederlande-Studien der WWU Münster unterstützen möchten oder Fragen zum Verfahren haben, wenden Sie sich bitte an Prof. Dr. Friso Wielenga, Direktor des Zentrums für Niederlande-Studien. Sie erreichen ihn telefonisch unter 0251 83-28511 sowie per E-Mail unter wielenga@uni-muenster.de.

Unterstützer

Die Stiftungsprofessur für Wirtschaft und Recht am Zentrum für Niederlande-Studien bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, die deutsch-niederländischen Wirtschaftsbeziehungen nachhaltig auszubauen.

Dr. h.c. Wim Kok

Dr. h.c. Wim Kok

Ministerpräsident a.D.

Das Zentrum für Niederlande-Studien hat in den vergangenen 25 Jahren seines Bestehens immer die deutsch-niederländischen Beziehungen im Blick gehabt. Die geplante Stiftungsprofessur stellt eine konsequente Fortführung dieser erfolgreichen Bemühungen dar.

Prof. Mr. Dr. Jan Peter Balkenende

Prof. Mr. Dr. Jan Peter Balkenende

Ministerpräsident a.D. und Vorsitzender des niederländischen Lenkungsausschusses des Deutsch-niederländischen Forums

Eine Vertiefung der deutsch-niederländischen Beziehungen in Wirtschaft, Kultur und Politik, ist ein wesentlicher Teil unseres Selbstverständnisses als Mitglied der Europäischen Union. Die Stiftungsprofessur ist eine entscheidende Hilfe und ein wichtiger Schritt zur Erreichung dieses Zieles.

Prof. Dr. Rita Süßmuth

Prof. Dr. Rita Süßmuth

Bundestagspräsidentin a.D. und Vorsitzende deutscher Lenkungsausschuss Deutsch-niederländisches Forum

Niederländische Firmen verfügen zusammen mit ihren deutschen Partnern über enorme Kapazitäten, die die Wettbewerbsfähigkeit beider Länder auch in Zukunft weiter stärken werden. Das ist gut für alle Beteiligten und natürlich auch für Europa. Für eine optimale deutsch-niederländische Zusammenarbeit ist ein gutes Verständnis untereinander essenziell. Mit der Stiftungsprofessur für Wirtschaft und Recht wird das Zentrum für Niederlande-Studien hierfür ohne Zweifel einen wertvollen Beitrag leisten.

Monique T.G. van Daalen

Monique T.G. van Daalen

Niederländische Botschafterin in Berlin

Die Einrichtung der Stiftungsprofessur käme unserer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit unter vielen Gesichtspunkten ausdrücklich zugute.“

Prof. Dr. Reinhard Klenke

Prof. Dr. Reinhard Klenke

Regierungspräsident Münster

Den Im- und Export und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Industrie und Handel auszubauen, verstärkt die Wertschöpfung an beiden Seiten der Grenze. Die Stiftungsprofessur hilft uns da entscheidend weiter.

Dr. Benedikt Hüffer

Dr. Benedikt Hüffer

Präsident IHK Münster

Die Stiftungsprofessur für Wirtschaft und Recht am Zentrum für Niederlande-Studien bereichert den Standort Münster und ist uns im Haus der Niederlande sehr willkommen.

Markus Lewe

Markus Lewe

Oberbürgermeister der Stadt Münster